Vergesellschaftung

Vergesellschaftung fremder Rennmäuse:

Zunächst möchte ich anmerken, dass es nicht immer leicht ist, fremde Tiere (oder Tiere die sich länger nicht gesehen haben) zusammen zusetzen. Die Tiere einfach zusammen ins vorher eingerichtete Gehege zu setzen, kann für eine der beiden Mäuse lebensgefährlich sein. Die Rennmäuse sehen jede andere Rennmaus als Eindringling an und verteidigen ihr Revier, mit beißen und kämpfen bis zum Tod eines Tieres. Deshalb ist eine schonende VERGESELLSCHAFTUNG, der folgenden Methoden, nötig und zwingend erforderlich! Dazu gibt es zwei Methoden:
Die Trenngittermethode – nach meiner Meinung ist diese Methode die einzig Richtige.

  1. Die TRENNGITTERMETHODE:
    Hierzu benötigt man ein 60cm Aquarium mit einem Trenngitter und einer sicheren Abdeckung. Eine Bauanleitung für ein Trenngitter hierzu finden Sie auf www.rennmaus.de. Das Trenngitter muss so stabil, doppelt bespannt mit 1 cm Luftraum und engmaschig sein, dass das Beißen durch das Gitter nicht möglich ist. Jede Seite wird mit wenig Einstreu, etwas Heu, Wasser, Sandbad und Futter ausgestattet. Nun werden die Tiere in das vorbereitete Becken jeweils auf eine Seite gesetzt und die Seiten werden 2-mal täglich getauscht, damit jedes einzelne Tier, den Geruch des anderen annimmt. Bitte achten Sie sehr darauf, dass es den Tieren beim Seitentausch unmöglich ist sich unkontrolliert zu treffen, am besten nehmen Sie dazu ein Tier heraus und setzen es kurzfristig in eine leere Transportbox. Wenn Sie nun das zweite Tier umgesetzt haben, kann das erste Tier auf die andere Seite umziehen. Die Länge der Vergesellschaftungsdauer, richtet sich ganz nach dem Alter und dem Wesen des Tieres. Manchmal reichen 4 Tage, andermal braucht man 2 Wochen, manchmal gelingt es auch NIE die Tiere zusammenzuführen. In diesem Fall lohnt sich aber der Versuch einen anderen Rennmauspartner auszutesten, denn manchmal mögen sich zwei Tiere einfach überhaupt nicht. Am einfachsten gewöhnen sich Jungtiere an die neuen Partner, da Jungtiere unter 8 Wochen kaum Eigengeruch haben. Sollten die Tiere mit der Zeit ruhig werden, können Sie den Versuch wagen die Zwei auf neutralem Boden (Badewanne ist am geeignetsten) sich ohne Trenngitter zu begegnen. Hier müssen Sie dringend darauf achten, dass Sie gute Handschuhe tragen, damit Sie eingreifen können wenn sich die Tiere beißen wollen. Wenn sie sich hier friedlich verhalten, setzen Sie die zwei Tiere in eine Seite des sauber gereinigten Aquariums, beobachten Sie die Tiere erst einmal ob Sie weiterhin so friedlich sind. Wenn nicht, noch einmal trennen und von vorne beginnen. Wenn ja müssen sie auf dieser Seite (etwa 30 cm) ca. 24 Stunden verbringen. Danach können Sie das Trenngitter entfernen und die Zwei erhalten das 60er Aquarium um sich näher kennen zu lernen. Hier verbringen Sie mindestens 2 Wochen. In dieser Zeit erhalten sie bei friedlichem Verhalten täglich einen neuen Gegenstand dazu. DAS Wichtigste ist, nach Neugabe NIEMALS aus den Augen lassen, bis man sich wirklich sicher ist, dass um den Gegenstand nicht gestritten wird.

     

  2. Die KLEINRAUMMETHODE (ich bin hier total dagegen, weil es einfach zu gefährlich ist, denn eine Rennmaus weiß genau wo sie zubeißen muss um den Eindringling zu töten – was unter Umständen sehr schnell passiert):Hierzu benötigt man eine Transportbox (Maße ca.20×10 cm). Diese Box füllt man mit Stroh und HEU, bis zum Rand. Die beiden Renner werden dann zusammen hinein gesetzt und unter ständiger Beobachtung dort belassen. Sollten sie sich kugeln und beißen müssen sie sofort wieder getrennt werden! Ansonsten sollten sie unter Umständen 2-3 Tage, dort verbleiben, um in ihrer Notsituation eine Bindung untereinander zu entwickeln. Sie sind so gezwungen, die Nähe des anderen zu ertragen und nach vielen Stunden auch zu akzeptieren und freiwillig zu zulassen. Danach sollte man sie zusammen in ein komplett gereinigtes Becken setzen (OHNE EINRICHTUNGSGEGENSTÄNDE!) und sie beobachten. Der Zeitpunkt des Zusammensetzens, richtet sich ganz nach dem Verhalten der Renner in der Transportbox. Fiepen sie noch?? Oder trommeln sie mit ihren Vorderbeinen auf ihr Gegenüber ein? Dann ist es besser den Aufenthalt in der Box noch zu verlängern. Futter wird in die Box per Hand eingestreut und den Durst stillt für die Zeit ein Stück Gurke. Wenn Sie sich sicher sind verfahren Sie wie bei der Trenngittermethode ebenfalls und beginnen Sie mit dem Zusammentreffen auf neutralem Boden.