Haltung

Haltung der Mongolischen Rennmaus:

 

Infos zu Mongolischen Rennmäusen!

Sie und alle Familienmitglieder haben sich dazu entschlossen, Mongolische Rennmäuse zu halten. Hier einige Informationen die sie vor der Anschaffung unbedingt beachten sollten:

Rennmäuse sind KEINE Einzeltiere, man sollte sie zu zweit (gleichgeschlechtlich) halten! Bei mehr als zwei Tieren könnte es zu Revierbildung kommen. Größere Gruppen bedürfen besonderer Beobachtung und langjährige Haltung kleinerer Gruppen um einen Streitfall zu erkennen und eingreifen zu können, gegebenenfalls zu trennen und neu zu vergesellschaften. Das Halten von größeren Gruppen ist daher nicht geeignet für Anfänger! Sollten Sie sich trotzdem dafür entscheiden ist es wichtig, dass Sie so viele Aquarien haben wie Mäuse, damit Sie in einem Notfall jede Maus einzeln setzen können. Danach ist es sinnvoll jede Maus mit einer fremden Jungmaus zu vergesellschaften, da eine Zusammenführung dieser Mäuse meist nach kurzer Zeit wieder schief geht.

Ob man sich für Männchen oder Weibchen entscheidet, ist egal. Das Verhalten ist unter den Geschlechtern nicht anders und keiner der beiden Geschlechter riecht strenger. Weiter ist zu beachten, dass diese Tiere bis zu 4 Jahre ihre Begleiter sein könnten. Sollte in dieser Zeit eines der Tiere sterben, ist es auf keinen Fall möglich, einfach einen anderen Renner dazu zu setzen! Die Zusammenführung zweier fremder Tiere bedarf einer sorgfältigen Vergesellschaftung! Diese Vorgehensweise behandle ich unter der Rubrik Vergesellschaftung.

2 Rennmäuse benötigen ein Aquarium oder Terrarium von mindestens 80 cm. Mehr Platz ist bei 2 Rennmäusen möglich, bei einer höheren Mausanzahl ist hier Vorsicht geboten, da es dann zu Revierstreitigkeiten kommen kann. Darin ist die Möglichkeit der artgerechten Haltung am besten gegeben. Nimmt man ein Aquarium, muss man zusätzlich einen Holzdeckel mit Luftlöchern oder einen Gitterdeckel (Vorsicht – hier können sich die Rennmäuse erhebliche Verletzungen zuziehen) bauen. Im Handel gibt es sie bis heute nicht zu kaufen. Am einfachsten ist es, einen Rahmen aus Dachlatten zu erstellen, auf den man ein Drahtgitter, Maschenweite höchstens 1 cm (erhältlich im Baumarkt) befestigt. Da Rennmäuse zu den Wühlern zählen, lieben sie es zu graben und unterirdische Gangsysteme zu bauen, dazu benötigen sie eine Einfüllhöhe von 15 – 20 cm Kleintierstreu, Pappschachteln und Pappröhren. Auf keinen Fall sollen Sie Kunststoffgegenstände ins Gehege legen. Des Weiteren benötigen sie Klettermöglichkeiten, denn sie sind geschickte und flinke Kletterer. Außerdem brauchen sie Nagemöglichkeiten, Äste von Buche, Birke, Haselnuss oder Obstbäumen. Alles können Sie gründlich mit heißem Wasser reinigen und anschließend gut trocknen lassen, damit keine Krankheitskeime eingeschleppt werden! Wichtig ist auch die Zugabe von Nistmaterial. Geeignet hierzu sind Heu, Stroh, Toilettenpapier, Servietten oder Tempotücher. Bitte keine Hamsterwatte, diese kann durch Verwickeln um Extremitäten zu Verletzungen führen! Auch selbst hergestellte Papierhäuser sind sehr beliebt. Das Säubern des Beckens, je nach Einfüllhöhe der Streu, ist nur alle 6-8 Wochen ratsam, weil dadurch jedes Mal die Gangsysteme zerstört werden. Bei instabilen Gruppen ist es wichtig nicht die ganze Streu auszuräumen, sondern einen Rest im Gehege zu belassen, damit die neue Einstreu noch etwas nach ihnen riecht und sie sich dadurch nicht zerstreiten. Rennmäuse geben sehr wenig Urin ab und riechen daher kaum. Zum Wohlfühlen und zur Fellpflege benötigen diese Tiere ein Sandbad. Dazu nimmt man einen ausreichend hohen Napf (gerne genommen wird hier ein Bonbonglas von Ikea) und füllt diesen mit Chinchilla oder Quarzsand. Diesen Napf sollte man allerdings alle 2 Tage säubern und neu befüllen, da er gerne als Toilette benutzt wird. Bei der Gestaltung des Beckens sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Wundern Sie sich aber nicht, denn die Mäuse haben ihre eigene Auffassung von gut aussehen und praktischem Nutzen. Viele Mäuse „dekorieren“ ihr Heim über Nacht komplett um. Kokosnusshäuschen oder andere Häuschen werden nicht immer gewürdigt. Die Rennmäuse ziehen öfter mal um und nutzen dann plötzlich doch noch das angebotene Häuschen für eine Weile. Auf Plastik in jeglicher Form sollte allerdings verzichtet werden, da dieses zernagt wird und die Renner sich daran verletzen, oder es verschlucken können. Weiterhin rate ich dazu, eine Ebene ins Aquarium einzuziehen oder ein ausreichend hohes Tischchen hinzustellen, da die Tierchen sehr grabe freudig sind und somit Sandbad und Näpfe einbuddeln. Außerdem bietet man damit zusätzlichen Platz zum Toben!

Hier ein Denkanstoß zum Bau einer Klettermöglichkeit. Als Kleber eine Mischung aus Mehl und Wasser herstellen.

Hier ein Vergleichsbild von zwei gleichen Sektkorken. Die Mäuse scheinen sehr viel Interesse an Fußball zu zeigen. 😉
Einmal nachdem die Mäuse ihn bearbeitet hatten und einen neuen:

 

 

 

Nun noch zu den Irrtümern bezüglich der Mongolischen Rennmaus:
Da ich in den meisten Büchern über Rennmäuse Dinge lesen musste, die ich nicht so unterschreiben kann, oder auch so immer wieder Ammenmärchen höre, möchte ich meine Rennmauskäufer und Interessenten über einige Irrtümer aufklären.

  1. Männchen stinken mehr als Weibchen – falsch!
    Wenn man zwei Rennmäuse hält, macht es keinen geruchlichen Unterschied, ob diese männlich oder weiblich sind.
  2. Weibchen vertragen sich besser als Männchen – falsch!
    Das mag auf Farbmäuse zutreffen, aber nicht auf Rennmäuse. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Böcke sich untereinander besser verstehen als Weibchen und dass Bockgruppen stabiler sind. Eine Garantie gibt es allerdings nie 😉
  3. Man sollte Rennmäuse in großen Gruppen halten – falsch!
    Rennmäuse sind nur gesellig im eigenen Familienverband, mit einer vernünftigen Altersstruktur. Wenn wir 5 oder 6 Geschwister zusammen halten, geht das garantiert nicht lange gut, wenn sie anfangen erwachsen zu werden und ihren Rang auszufechten, wird die Gruppe zerbrechen. Also besser gleich nur zwei gleichgeschlechtliche Tiere zusammen halten.
  4. Je größer die Behausung, desto besser – falsch!
    Klar, für zwei Rennmäuse sagt man im Allgemeinen, je mehr Platz, desto schöner für die Tiere. Wenn man aber doch mehr als zwei Tiere hält und die Behausung ist sehr groß z.B. ein Verbundsystem aus mehreren Aquarien, könnte es sein, dass die Tiere Reviere bilden und sich dann blutige Kämpfe liefern, wenn sie aufeinander treffen.
  5. Rennmäuse vermehren sich nicht weiter, wenn der Platz im Becken knapp wird -falsch!
    Eine angeborene Geburtenkontrolle gibt es bei unseren domestizierten Tieren nicht mehr. Sie werden sich unkontrolliert weiter vermehren, schlimmstenfalls alle untereinander. Eine zu hohe Besatzdichte bedeutet großen Stress für die Tiere, so dass es passieren kann, dass die Jungen gleich nach ihrer Geburt getötet und gefressen werden.
  6. Rennmäuse sind Wüstenbewohner und brauchen kein Wasser – falsch!
    Unsere Rennmäuse sollten unbedingt frisches Trinkwasser angeboten bekommen! In den Steppen der Mongolei trinken sie auch und wenn es nur der Morgentau auf den Pflanzen ist. Außerdem hat man, auch aus diesem Irrglauben, den Namen der Tiere geändert, sie werden schon seit Jahren nicht mehr Wüstenrennmaus genannt, sondern „Mongolische Rennmaus“.
  7. Wenn eine von zwei alten Rennmäusen gestorben ist, muss die andere alleine bleiben – falsch!
    Rennmäuse sind keine Einzelgänger, sie brauchen einen Artgenossen. Natürlich können wir nicht einfach ein neues Tier kaufen und es dazu setzen, die Tiere müssen schonend an einander gewöhnt werden, d.h. sie müssen vergesellschaftet werden. Ein guter Züchter wird sicherlich gern mit Rat und Tat zur Seite stehen 😉
  8. Mongolische Rennmäuse neigen nicht von der Hand zu springen – falsch!
    Mongolische Rennmäuse können sehr schlecht Entfernungen abschätzen. Aus Angst kann es durchaus geschehen, dass eine Maus von der Hand springt. Daher sollte man die Rennmäuse erst an das Hochheben gewöhnen. Am besten gelingt dies, wenn man sie öfter auf die Hand nimmt, dabei aber über dem Aquarium bleibt, damit sie in einem Fall des Sprunges nicht zu weit herunter fallen bzw. dann weich in die Streu fallen.